Die wahre Geschichte von Christian Nielsen, einem der Überlebenden des Hindenburg-Unglücks – erzählt von seiner Enkelin.

Ein aufregendes Leben, eine große Liebe und der Aufbruch in eine neue Zeit.

Einmal die Welt von oben sehen! Der junge Sylter Matrose Christian Nielsen wünscht sich nichts mehr, als in einem Zeppelin über der Welt zu schweben. Doch dieser Traum ist im Deutschland der 1920er Jahre unerreichbar für ihn. Stattdessen heuert er als Matrose  auf der Yacht eines amerikanischen Millionärs an und segelt um die Welt. Beim Landgang in New York fällt ihm ein junges Mädchen in die Arme. Es ist Liebe auf den ersten Blick – doch Christian ist so perplex, dass er sie nicht nach ihrem Namen fragt.

Die junge Lil Kimming will in New York Karriere als Journalistin machen. Besonders fasziniert sie 1929 die Weltfahrt des Luftschiffs Graf Zeppelin.  Während sie die Zeitungsredaktionen auf der Suche nach Arbeit abklappert, stolpert sie und wird gerade noch von einem jungen, fremden Matrosen aufgefangen. Sie haben keine Zeit, sich miteinander bekannt zu machen, aber Lil kann ihn nicht vergessen.

Dann bricht die Börse an der Wall Street zusammen. Die größte Wirtschaftskrise der Geschichte beginnt, und es scheint, als hätten sich Christian und Lil für immer verloren. Christians Traum jedoch geht in Erfüllung: Er wird Luftschiff-Offizier – und kann wieder nach Amerika reisen. Im Mai 1937 fährt er als Navigator auf der Hindenburg nach Lakehurst bei New York, wo er seine Lil wiederzufinden hofft. Aber dann geht der Zeppelin in Flammen auf …

Das Buch

Verlag: Wunderlich/Rowohlt
Erscheinungstermin: 21.09.2016
In Herstellung
448 Seiten
ISBN:  978-3-8052-5108-2
Hardcover
Originalausgabe

> Leseprobe

> Booklet

Maiken Nielsen über „Und Unter Uns Die Welt“

Die Protagonisten

Christian Nielsen

Der Großvater

Christian Nielsen

Christian wird 1910 auf Sylt geboren. Seine Vorfahren sind zur See gefahren, doch er träumt vom Fliegen. Besonders fasziniert ist er von Zeppelinen, die ab 1914 über Sylt kreuzen. Doch für eine Ausbildung als Flieger, gar als Zeppelin-Navigator, ist kein Geld da; daher fährt auch er zur See. Mit 18 kentert er mit einem Chile-Segler vor Kap Hoorn. Im Anschluss segelt er auf der Orion, der damals größten Luxusyacht der Welt, als Matrose um die Welt. Schließlich wird sein Traum vom Zeppelinfahren doch noch wahr. Er unternimmt 56 Fahrten mit der Graf Zeppelin auf der Route Frankfurt—Rio de Janeiro. Für die 57. Fahrt wird er im letzten Moment als 3. Offizier auf die Hindenburg eingewechselt. Doch bei der Landung in Lakehurst geht der Zeppelin in Flammen auf …

Maria Siemsen

Die Großmutter

Maria Siemsen

Maria wird 1913 in Oevelgönne vor den Toren Hamburgs geboren. Bei einem Tanzwettbewerb, der im Sommer 1935 auf Sylt stattfindet, belegt sie den 1. Platz. Dabei begegnet sie Christian Nielsen. Ein Treffen mit Folgen …

Lil Kimming

Die Journalistin

Lil wird 1910 in New York geboren, zieht aber mit ihren Eltern als Kind nach Pearl Harbor. Um als Journalistin arbeiten zu können, zieht sie später nach New York zurück, wo sie Christian begegnet. Die beiden finden sich erneut in Pearl Harbor wieder und verbringen eine Woche miteinander, die sie ihr Leben lang nicht vergessen können … Lil Kimming ist eine der wenigen fiktiven Figuren im Roman.

Hugo Eckener

Der Luftfahrtpionier

Hugo Eckener

Ohne ihn ist die Ära der Zeppeline nicht vorstellbar. Hugo Eckener verhandelte über die Köpfe deutscher Politiker hinweg mit US-amerikanischen Präsidenten, um den Luftraum zwischen Deutschland und den USA für Zeppeline zu öffnen. Er baute und lenkte Zeppeline und bildete andere in der Luftschiff-Navigation aus. Seine Weltfahrt mit dem Graf Zeppelin 1929 hat ihn bis in die 1930er Jahre hinein zum bekanntesten Mann der Welt gemacht.

Die Katastrophe

Die Geschichte hinter dem Buch.

Autorin Maiken Nielsen, Enkelin der Hauptfigur, über die Entstehung von „Und unter uns die Welt“

Alles fing damit an, dass mir meine Eltern Filmaufnahmen zeigten. Feuer lodert aus einem Zeppelin. Menschen schreien, Körper stürzen zu Boden. Dann eine Männerstimme: «It burst into flames, and it’s falling, it’s crashing!» Mein Vater hielt den Film an und zeigte auf einen Punkt: «Das. Das ist dein Großvater.» Ich war zehn Jahre alt.

Ich habe mehrere Jahrzehnte gebraucht, um zu begreifen, was meinem Sylter Großvater Christian Nielsen, Navigator auf dem Zeppelin Hindenburg, passiert war. Was vorher und nachher geschah. Als Teenager und junge Erwachsene las ich die vielen wunderschön gebundenen Bücher, die er besessen und in die er vorn seinen Namen geschrieben hatte. Immer wieder fragte ich mich dabei: Wer war dieser Christian Nielsen?

Broschüre Hindenburg

Mein Vater konnte mir darauf auch keine Antwort geben, die über das hinausging, was ihm seine Mutter und andere Menschen erzählt hatten, denn er hatte seinen Vater verloren, als er ein Kleinkind war. Sein Wissen über ihn hatte er aus zweiter Hand. Die Bilder in unseren Fotoalben zeigten einen jungen Mann, der viel lachte und immerzu von anderen Menschen umringt zu sein schien. Der aber auch ernst und entschlossen aussehen konnte. Aber nie war er für mich mehr als nur ein schwarz-weißes Bild in einem Album, ein Schriftzug in einem Buch. Eines Tages traf mein Vater zufällig einen Zeppelin-Kollegen meines Großvaters. Und der erzählte ihm etwas, das uns alle überraschte: Mein Großvater hatte ihm auf der letzten Fahrt der Hindenburg anvertraut, dass er sich scheiden lassen wollte. Zum ersten Mal hatte ich eine Idee von ihm als Mensch.

Christian01Als mein Vater mir dann auch noch Christian Nielsens Tagebuch und seinen letzten Brief zu lesen gab, war ich wie im Fieber — was für ein Mensch, was für ein Leben! Nun ließ mir seine Geschichte erst recht keine Ruhe mehr. Vor sieben Jahren schrieb ich dann an einen amerikanischen Zeppelin-Historiker, Patrick Russell, der sich mit der Hindenburg ausführlich beschäftigt hatte, um zu erfahren, was er über meinen Großvater wusste. Tatsächlich konnte er mir das Protokoll über die Vernehmung von Christian Nielsen durch die US-Behörden schicken. Mir war rasch klar, dass es nicht einfach sein würde,
«Und unter uns die Welt» zu schreiben.

Denn es sollte nicht nur die Geschichte meines Großvaters sein — ich wollte mit diesem Buch eine Zeit sichtbar machen, die einmalig in der Weltgeschichte ist: die Zeit zwischen den Weltkriegen. Die Zeppelin-Ära. Ich wollte über Menschen und Ereignisse schreiben, die es wirklich gegeben hat. Es sollte so authentisch wie möglich sein und dennoch ein Roman. Ein großer Glücksfall war, dass ich das Bordtagebuch der Orion ersteigern konnte — jener Yacht, mit der mein Großvater vor seiner Zeit als Luftschiffnavigator um die Welt gesegelt war. Zusammen mit dem Tagebuch meines Großvaters, seinen Briefen, Zeugnissen, mit Dokumenten über seine Fahrten als Zeppelin-Offizier und den Fotos aus unserem Familienalbum war das Bild am Ende nahezu komplett. Ich konnte mit dem Schreiben beginnen.

Unterschrift

Die Ära der Luftschiffe

Als der Luftschiff-Pionier Hugo Eckener den Amerikanern 1920 anbot, einen in Deutschland gebauten Zeppelin in die USA zu liefern und damit einen Teil der Kriegsschuld zu begleichen, war die Begeisterung riesig. Vier Jahre später traf das Luftschiff in Lakehurst ein. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit hatte ein Konstrukt aus Ballons den Atlantik überquert. Tausende begeisterte Menschen reisten an, um dieses Spektakel zu erleben. Es war der Beginn einer herzlichen deutsch-amerikanischen Freundschaft.

Fünf Jahre später startete Hugo Eckener mit dem Luftschiff Graf Zeppelin seine legendäre Weltfahrt. Mit an Bord: zahlreiche amerikanische Journalisten, denn der New Yorker Zeitungsverleger Randolph Hearst hatte sich die Exklusivrechte an der Geschichte gesichert. Reisen mit dem Zeppelin wurden von da an immer beliebter und führten die Passagiere in immer entlegenere Teile der Welt. Doch ab 1933 trieb das nationalsozialistische Deutschland vor allem den Bau von Flugzeugen voran, die für den geplanten Krieg schneller und wendiger waren. Die Explosion der Hindenburg im Mai 1937 besiegelte das Schicksal der Zeppeline. Drei Jahre nach dem Unglück ließ Reichsluftfahrtminister Göring die verbliebenen Zeppeline zerstören.

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Die Autorin

Maiken Nielsen

Maiken Nielsen wurde 1965 in Hamburg geboren. Einen Teil ihrer Kindheit und Jugend verbrachte sie auf Frachtschiffen und wurde dort von ihren Eltern unterrichtet. Sie absolvierte ihr Abitur in Hamburg und reiste danach ein Jahr lang per Anhalter durch Europa. Im Anschluss an diese Reise studierte sie u.a. Linguistik in Aix-en-Provence. Sie liest und spricht sechs Sprachen.

Seit 1996 arbeitet Maiken Nielsen als Autorin, Reporterin und Rundfunksprecherin für das NDR Fernsehen. Sie dreht TV-Dokumentationen („Als die Sturmflut nach Hamburg kam“, „Geraubte Leben – Europa im KZ Neuengamme“) und schreibt Romane.

Drei Fragen an Maiken Nielsen

Broschüre

Veröffentlichungen (Auswahl)

Das Haus des Kapitäns (Knaur 2002)

Aline Sandstein ist eine ungewöhnliche junge Frau. In einem Haus an der Elbe zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgewachsen, hat sie nur einen großen Wunsch: Sie möchte Ärztin werden. Doch ihre Eltern haben ganz andere Pläne mit ihr: Sie soll reich heiraten und der Familie das Vermögen wieder zurückbringen, das sie verloren hat. Aline aber hat schon lange ein Auge auf den Studenten Nathan geworfen. »Mit Witz und spannend erzählt.« Bild und Funk.

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Das Haus des Kapitäns. Roman. Knaur, München 2002, ISBN 3-426-66091-1

knaur22

Die Tochter des Kapitäns (Knaur 2005)

Deutschland im Januar 1933: Noch scheint die Welt der Aline Sandstein, Tochter eines Hamburger Kapitäns, in Ordnung zu sein, doch bald bekommt auch sie die politischen Veränderungen am eigenen Leib zu spüren: Ihr Mann Nathan ist Halbjude, und die Familie bleibt von Repressalien nicht verschont. Doch Aline weigert sich standhaft, Deutschland und das Kapitänshaus ihres Vaters in Hamburg-Övelgönne zu verlassen. Als ihre Mutter ihre Tochter Judith auf eine längere Reise nach Südfrankreich mitnimmt, ahnt sie nicht, dass sie Judith viele Jahre nicht wiedersehen wird. Erst nach langer Zeit kehrt Judith nach Hamburg zurück. Deutschland ist ihr fremd geworden, und ihre eigene Zwillingsschwester Jesabel betrachtet sie als Feindin. Hat Aline vergeblich um ihr Heim und den Zusammenhalt der Familie gekämpft?

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Jetzt auch als eBook

Die Tochter des Kapitäns. Roman. Knaur, München 2005, ISBN 978-3-426-63457-8

knaur22

Die Freimaurerin (Rowohlt 2008)

Eine Frau entdeckt ein Geheimnis, das ihre Welt verändert. Man schreibt das Jahr 1783. Celeste, Tochter des Hamburger Baumeisters Freyhagen, verliebt sich auf einer Reise in die Neue Welt in den angehenden Schriftsteller Vincent. Doch dann stirbt ihr Vater, und Celeste muss allein in ihre Heimat zurückkehren. Dort steht sie vor dem Nichts. Notgedrungen macht sie sich daran, eine Existenz als Baumeisterin aufzubauen – verkleidet als Mann, um in der Hamburger Gesellschaft bestehen zu können. Doch dann kommt sie der Vergangenheit ihres Vaters auf die Spur… Ein Roman über eine geheimnisvolle Loge, eine ungewöhnliche Frau und über die Liebe, die alle Zeiten überdauert.

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Die Freimaurerin. Historischer Roman. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-499-24285-4

rowohlt26

Das siebte Werk (Rowohlt 2009)

Im Schatten des Todes Hamburg 1892. Im Gängeviertel wird eine Tote gefunden, die auf verblüffende Weise Lili Winterberg, der Tochter eines Bestatters, gleicht. Die Polizei verdächtigt Winterberg selbst des Mordes, da die Mordwaffe aus seiner Werkstatt stammt. Die energische Lili macht sich auf, die Unschuld ihres Vaters zu beweisen – und taucht ein in die dunklen Abgründe ihrer Stadt. Zwei junge Männer – heimliche Konkurrenten um ihre Gunst – unterstützen sie dabei. Und dann ist da noch die rätselhafte Magdalena, eine Freundin der Toten, die bald Lilis Vertrauen gewinnt. Doch als Lili endlich das Komplott durchschaut, wartet schon eine neue tödliche Gefahr… Ein farbenprächtiger Roman über Bestatter und Nachrufschreiber, Requiemkomponisten und Tänzerinnen vor dem Hintergrund einer Seuche, die eine ganze Stadt auszulöschen droht.

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Das siebte Werk. Historischer Kriminalroman. Rowohlt, Reinbek 2009, ISBN 978-3-499-24943-3

rowohlt26

Trampen (Corso 2011)

Daumen hoch und ab dafür. Daumen raus und los ging’s – mit ungefähren Vorstellungen des Wohin und Wielang machten sich früher Hunderttausende auf den Weg, über Europas Straßen die Welt zu entdecken: Trampen. Maiken Nielsen erzählt nicht nur von schrägen, verrückten, spannenden Erlebnissen während ihrer vielkilometrigen Trampertouren durch Europa, sondern berichtet auch von jenem Europa vor dem Ende des Eisernen Vorhangs, einem Europa von gestern, mit dem wir heute noch so viel zu tun haben.

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Trampen. Durch die Welt mit Neugier und Glück. Corso, Hamburg 2011 ISBN 978-3-86260-010-6

Corso  Amazon

Termine

Lesungen

12.10.2016: stories!, Hamburg

13.10.2016: Hugendubel, Kiel

21.10.2016: Zeppelin-Museum Zeppelinheim, Frankfurt

22.10.2016: Literatur im Bahnhof, Frankfurt. Im Rahmen der Buchmesse

17.11.2016: Jokers, Hamburg

24.12.-31.12.2016: auf der AIDAprima

09.02.2017: Friedrichshafen

14.02.2017: Bücher Rüffer & Westphalen, Flensburg

15.02.2017: Buchhandlung Liesegang, Rendsburg

03.05.2017: Hugendubel, Lübeck

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